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Wer und was hilft Kindern, wenn Eltern an Krebs erkranken?
(07.09.2018)

Am 20.September ist Weltkindertag

Für Kinder gerät die Welt ins Wanken, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt. Eltern können einiges tun, um ihre Kinder altersgerecht aufzuklären und ihnen durch diese belastende Zeit zu helfen. Anlässlich des Weltkindertages am 20. September informiert die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern betroffene Familien.

Eine Krebsdiagnose kann Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern haben, vor allem dann, wenn die Eltern nicht offen reden können. Gerade jüngere Kinder fühlen sich oft mitverantwortlich, wenn es Mama oder Papa schlecht geht. Sie verstehen nicht, was Krebs ist und was die Erkrankung bedeutet. Fehlt der Austausch mit den Eltern, suchen sie häufig selbst nach Erklärungen für die Veränderungen im Familienleben. Finden sie keine Antworten auf ihre Fragen, entwickeln Kinder oft Schuldgefühle oder Eltern nehmen besorgt Verhaltensänderungen bei ihren Kindern wahr. Hilfreich können die folgenden fünf Tipps zum Umgang mit betroffenen Kindern sein: 

  1. Finden Sie eine offene und dem Alter des Kindes angemessene Sprache.  Sagen Sie, dass Sie Krebs haben und dass alles dafür getan wird, dass Sie wieder gesund werden. Sagen Sie Ihrem Kind auch, dass Sie es informieren, sollte sich an der jetzigen Situation etwas ändern. Kinder spüren die veränderte Stimmung ihrer Eltern. Sie nehmen wahr, wenn diese ängstlich, traurig oder verzweifelt sind. Je offener Sie dem Kind gegenüber sind, desto seltener wird es nach eigenen Erklärungen suchen.
  2. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über bevorstehende Veränderungen. Erklären Sie, z. B. was bei einer Operation oder Chemotherapie geschieht, wie sich der Körper äußerlich verändern kann und welche Auswirkungen die Behandlungstermine auf den Alltag des Kindes haben können. Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, ob es den kranken Elternteil im Krankenhaus besuchen möchte oder nicht.
  3. Alle Gefühle dürfen sein. Sie dürfen traurig und ängstlich sein – auch in Gegenwart Ihres Kindes - aber achten Sie darauf, dass Sie Ihr Kind nicht mit den eigenen Ängsten überschütten. Kinder sind nur begrenzt belastbar. Bei allen Emotionen, die Sie äußern, muss ein für das Kind erträgliches Maß gewahrt bleiben.
  4. Spaß und Spiel sind erlaubt. Manche Kinder haben das Gefühl, angesichts der schweren Erkrankung von Mutter oder Vater keinen Spaß mehr haben zu dürfen und verzichten auf Dinge, die sie eigentlich gerne machen. Ermuntern Sie Ihr Kind auch weiterhin zum Spielen und zum Zusammensein mit Freunden. Das tut ihrem Kind und somit auch Ihnen gut.
  5. Informieren Sie Pädagogen in Kindergarten, Hort oder Schule über die Situation. Oft sind sie die Ersten, denen ein verändertes Verhalten eines Kindes auffällt. Adäquate Unterstützung kann hier nur erfolgen, wenn sie die Belastungen des Kindes kennen. Ob Freunde und Klassenkameraden über die Krebserkrankung informiert werden sollen, entscheiden Kinder und Jugendliche am besten selbst.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts werden in Deutschland jährlich ca. 150.000 bis 200.000 Kinder unter 18 Jahren neu mit der Situation konfrontiert, dass bei Mutter oder Vater „Krebs“ diagnostiziert wurde. Das heißt: In jeder dritten Familie, in der ein Elternteil an Krebs erkrankt, leben minderjährige Kinder.

Sie sind betroffen und fühlen sich damit überfordert? Der Ökumenische  Ambulante Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst OSKAR in Rostock hilft Ihnen gerne bei der Vermittlung eines entsprechenden Angebotes, um eine angemessene Bewältigungsstrategie entwickeln zu können. OSKAR, dessen Träger die Rostocker Stadtmission und die Caritas Rostock sind, hält nicht nur in Rostock entsprechende Angebote vor, sondern bildet darüber hinaus Ehrenamtliche zu Begleitern aus, die dann an ganz unterschiedlichen Orten des Landes unter verschiedenen Trägern zum Einsatz kommen.
Aktuell startet der Hospizverein Schwerin in Kooperation mit der SOZIUS Pflege- und Betreuungsdienste Schwerin gGmbH solch ein Angebot für Kinder schwerkranker Eltern, Geschwister oder Großeltern. In eigens dafür hergerichteten Räumen im Haus „Lewenberg“ in Schwerin können betroffene Kinder in Einzel- oder Gruppengesprächen ganz unbefangen und ehrlich von ihren Sorgen und Nöten erzählen und sich mit gleich Betroffenen austauschen. Darüber hinaus wollen die speziell ausgebildeten ehrenamtlichen Begleiter einfach Zeit gemeinsam mit den Kindern verbringen: Spiele spielen, Kuchen backen, kleine Andenken basteln, viel lachen und manchmal auch weinen.

Nähere Informationen erteilen Ihnen die Koordinatorinnen des Hospizvereins Schwerin Elisabeth Krüger und Kerstin Markert unter 0385 55 72 62 oder dialog@hospizverein-schwerin.de.

Elisabeth Krüger, Kerstin Markert und ihr Team aus Freiwiligen helfen dabei, das richtige Angebot für betroffene Kinder zu finden
Elisabeth Krüger, Kerstin Markert und ihr Team aus Freiwiligen helfen dabei, das richtige Angebot für betroffene Kinder zu finden. Foto: Hospizvereins Schwerin

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