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Vom Hörsaal erstmals in die Oper
(05.07.2018)

FHM-Studenten bei der Generalprobe von Tosca

Dank eines Projektes mit dem Mecklenburgischen Staatstheater können Studierende der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Schwerin die Generalprobe von Tosca besuchen und zum ersten Mal in ihrem Leben eine Oper erleben.

„Man hört eigentlich immer nur, dass bei der Oper viel gesungen wird“, erzählt Johannes Buder, der Hotel- und Tourismusmanagement an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Schwerin studiert. Genau wie für seine Kommilitonin, Anneli Timm, ist es das erste Mal in seinem Leben, dass er eine Oper besucht.

Möglich gemacht wird dieses Erlebnis für die Studierenden durch ein Kooperationsprojekt des Mecklenburgischen Staatstheaters mit der FHM Schwerin, das von der Studiengangsleiterin Prof. Dr. Ulrike Fergen entwickelt wurde. „Im Rahmen unseres Studienmoduls Veranstaltungs- und Eventmanagement eine wissenschaftliche Marktanalyse zur Wahrnehmung und Nutzung der Schlossfestspiele“, erklärt Anneli Timm. Dafür erstellen die sieben Studierenden der Studiengruppe HTM 16 gemeinsam mit dem Theater einen Fragebogen, bevor sie sich dann im Juli unter die Schweriner Bürger mischen und diese befragen.

Der Projektauftakt fand bereits Anfang Juni mit einer exklusiven Theaterführung statt. „Es ist erstaunlich, wie anders es hinter den Kulissen aussieht. Die schmalen Gänge und kargen Wände sind ein krasser Kontrast zum prunkvollen Zuschauersaal“, erinnert sich Johannes Buder, für den es auch der erste Besuch des Theaters in Schwerin war. Bevor es mit den Befragungen losgeht, dürfen die Studierenden aber zunächst auch einmal selbst im Publikum sitzen und das aus gutem Grund. „Es ist wichtig für die Studierenden, dass sie sich selbst eine Meinung von den Schlossfestspielen bilden können“, bestätigt Marlén Schaal, Marketingreferentin am Mecklenburgischen Staatstheater. „Sie müssen ja wissen wovon sie reden und wonach sie später die Schweriner fragen.“ Aus diesem Grund wurden Karten für die Generalproben von Tosca auf dem Alten Garten und für Dracula im Schlossinnenhof bereitgestellt.

„Es ist toll, dass die Vorstellung draußen stattfindet. Theater drinnen kennt man ja, aber das hier ist etwas anderes.“, freut sich Anneli Timm. „Besonders wo heute so schönes Wetter ist. Auch Johannes Buder geht ganz unvoreingenommen in die Vorstellung und macht sich auch über die Sprachbarriere des italienischen Gesangs wenig Sorgen. „Tosca ist ein Drama, das immer den klassischen Handlungssträngen folgt und da braucht es nicht unbedingt eine eins-zu-eins Übersetzung.“ In diesem Jahr werden bei der Vorstellung jedoch ohnehin deutsche Untertitel eingeblendet. „Ich finde das perfekt, weil man einfach mitlesen kann“, erklärt Anneli Timm. „Es ist nur etwas schade, dass man dadurch vielleicht etwas weniger auf das Schauspiel achtet.“ Bereits nach dem ersten Akt sind beide von der Stimmgewalt, der Darbietung und dem Bühnenbild fasziniert. Die angehenden Tourismus-Experten sind sich sicher, dass der Besuch sich auch für ihr gesamtes Studium lohnen wird: „Wir erleben ein Kultur-Event, dessen Vermarktung später in unseren Bereich fallen könnte, von daher ist es wichtig, dass wir den Aufbau und das Produkt kennen.“, erklärt Johannes Buder. Nach Ende der Vorstellung lautet sein Urteil, ganz im Stil der Hotel-Kategorisierung: „Für Tosca gebe ich fünf Sterne.“ Beide sind sich sicher: „Auch die Dracula-Generalprobe werden wir uns nicht entgehen lassen.“

BU1: Das bewegliche Kreuz ist ein technisches Highlight des Bühnenbilds, wie Marketingreferentin Marlén Schaal den Studierenden Johannes Buder und Anneli Timm erklärt.
BU2: Vor Beginn der Vorstellung sind die Studierenden Johannes Buder (l.) und Anneli Timm sehr gespannt, was Sie bei der Oper Tosca erwarten wird.
Fotos: FHM

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