Aktuelle-Ausgabe

Tiere brauchen ein Zuhause
(30.11.2018)

Nächstenliebe im Tierheim

Schwerin • Jedes Jahr in der Adventszeit geht eine Mahnung durch die Medien: „Keine Tiere unter dem Weihnachtsbaum!” In Schwerin ist das offensichtlich angekommen, zumindest kann das Tierheim Warnitz sich weder über eine größere Adoptionsbereitschaft vor den Feiertagen noch über zunehmende Fundtier-Zahlen zum Jahresanfang beschweren. Trotzdem gibt es im Tierheim das ganze Jahr über viel zu tun. Dabei sind die wenigsten Tiere, die ihren Weg nach Warnitz finden, einfach nur ausgebüchst und werden mit ihrer Familie wiedervereint.

In den meisten Fällen sind die Besitzer mit ihren Tieren überfordert, unzufrieden oder haben sich das Zusammenleben irgendwie anders vorgestellt. Weil aber das Abgeben des vierbeinigen oder gefiederten Familiemitglieds ins Tierheim mit Kosten verbunden ist und der Verkauf oder die Weitervermittlung viel Mühe machen, landen Tiere nicht selten einfach auf der Straße. „Damit so etwas nicht passiert, beraten wir die Interessenten vor der Adoption eines Tieres umfassend und schätzen genau ein, ob es passt oder nicht. Wenn nur ein einziges Familienmitglied mit dem Haustier nicht einverstanden ist, vermitteln wir es auch nicht”, erklärt Ilka Dittberner, Leiterin des Tierheims.

Bevor also ein Tier ins Haus kommt – egal ob Hund, Katze, Meerschwein oder Exot – empfiehlt es sich, genau zu überlegen, welches Tier zu den jeweiligen Lebensumständen wirklich passt. Schießlich wünscht sich jedes Tier ein Zuhause für immer – so wie die kleine Rosi (Foto 1). Und auch wenn bei dieser Überlegung herauskommt, dass ein Haustier vielleicht doch nicht das Richtige ist, heißt das längst nicht, dass Tierfreunde auf gemeinsame Zeit mit Fellnasen verzichten müssen.


Marie, Hauskatze (Foto 2)
Seit August lebt diese junge Katze im Tierheim und wurde auf den Namen Marie getauft. Hier hat sie sich gut eingefunden, versteht sich mit ihren Artgenossen, sucht aber nach einem liebevollen Zuhause, wo nur sie alleine im Mittelpunkt steht. Marie wurde mit verkrüppelten Hinterbeinen geboren, die daher sehr kurz sind. Deshalb ist sie nur als reine Wohnungskatze geeignet. Ansonsten läuft, springt und tobt sie genauso viel und gerne wie alle anderen Katzen. Sie ist ein sehr freundliches, verschmustes Tier und gewinnt schnell Vertrauen zu ihren „Dosenöffnern”. Vielleicht ist sie ja genau das, was in Ihren Leben fehlt?

Wolf, Mischling (Foto 3)
Vermutlich aus Ungarn gelangte Wolf nach Schwerin auf den Dreesch und wurde dort ausgesetzt. Sein Name ist Programm, denn dem Mischling steckt tatsächlich etwas Wolfsblut und das sieht man ihm auch an. Leider wurde der vier bis fünf Jahre junge Rüde in seiner Kindheit nicht ausreichend sozialisiert und reagiert deshalb sehr aggressiv auf Kontaktaufnahme von Menschen und beißt. Sogar Wolfexperten haben sich das Sorgenkind bereits angesehen, waren sich jedoch einig, dass an Wolfs Verhalten nicht mehr zu rütteln ist. Es ist zu tief verankert. Deshalb wird er, so gut es geht, in seinen zwei großen Zwingern in Ruhe gelassen und ist leider nicht vermittelbar.


Ein „Fundbüro” für Tiere
Wer in Schwerin und Umgebung ein herrenloses Tier findet und dessen Halter nicht ausfindig zu machen ist, der kann sich während der Öffnungszeiten (Mo – Fr: 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr, Sa: 9 – 12 Uhr) telefonisch an das Tierheim Schwerin wenden. Außerhalb der Öffnungszeiten sollte die Leitstelle der Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 kontaktiert werden. Die Kameraden geben dann Hinweise zum weiteren Vorgehen und leiten den Fall je nach Situation an das Veterinäramt oder den Bereitschaftsdienst des Tierheims weiter. Fundtiere können während der Öffnungszeiten auch direkt im Tierheim vorbei gebracht werden. Kosten fallen dafür nicht an.

Tierheim- und Tierschutzfreunde Schwerin e.V.
Zum Kirschenhof 72, 19057 Schwerin
(0385) 2010447


Fotos: maxpress

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