Expertenbesuch im Bienengarten

Microfotograf trifft Hobbyimkerin

Gerhard Martin ist ein Bienenfan. Nur etwas anders, als der eine oder andere es erwarten würde. Nicht die Pflege und das Imkern sind seine Hauptinteressen. Der Pensionär schaut sich die Insekten häufig unter dem Mikroskop an. Er ist Mitglied vom Verein MV
Gerhard Martin im Gespräch mit Hobbyimkerin Cynthia Rataj, Foto: maxpress

Krösnitz • Gerhard Martin ist ein Bienenfan. Nur etwas anders, als der eine oder andere es erwarten würde. Nicht die Pflege und das Imkern sind seine Hauptinteressen. Der Pensionär schaut sich die Insekten häufig unter dem Mikroskop an. Er ist Mitglied vom Verein MV-Foto Schwerin e.V. und gehört der Microgruppe des Naturwissenschaftlichen Vereins Hamburg an.

„Mein Interesse gilt der funktionalen Anatomie der Bienen“, sagt der Senior, der im Berufsleben für die Fischerei im Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommerns zuständig gewesen ist. So hat Gerhard Martin zum Beispiel den Stachel der Bienen genau untersucht und interessante Dinge darüber herausgefunden. „Der Stachel der Biene ist etwa 2,5 Millimeter lang und liegt in einer Röhre, die mit der Giftblase verbunden ist. Nur weibliche Bienen haben einen Stachel. Dieser besteht aus zwei Stechborsten, die kleine Widerhaken haben, weshalb sie in der Haut besser stecken bleiben“, so der Experte. Und auch einen Tipp, wie sich Bienenstiche lindern lassen, hatte er bei seinem Besuch auf Lager. „Die Imker ziehen den Stachel meist nur mit den Fingernägeln raus und verreiben den Saft einer halbierten Zwiebel auf die Einstichstelle, wenn sie eine Zwiebel zur Hand haben. Dabei besteht aber die Gefahr, dass man noch mehr Gift in die Stichstelle pumpt. Am besten fährt man daher einmal kräftig und schnell mit dem Daumennagel über die Stichstelle.

Darüber hinaus hilft häufig Wärme, zum Beispiel eine warme Tasse oder einen warmen Löffel, den man an die Stichstelle hält. Im Handel gibt es für Insektenstiche auch elektronische Stichheiler auf Wärmebasis. Der Einsatz von Wärme wirkt dem Gift entgegen und neutralisiert den Schmerz. Kühlende oder abschwellende Salben können anschließen die Heilung unterstützen.“

Im Gespräch mit Hobbyimkerin Cynthia Rataj ließ sich der interessierte Naturfreund den Umgang und die Arbeit mit den Völkern im hauspost-Bienengarten erklären, sowie die Architektur der verschiedenen Bienenbeuten – den Behausungen der Insekten.

So erfuhr Gerhard Martin, dass die Imkerei hier ein Gemeinschaftsprojekt von Kollegen der Agentur maxpress und interessierten Menschen aus Schwerin ist, das sich ständig weiterentwickelt. Im kommenden Monat wird hier für die jüngsten Besucher ein Bienenpfad entstehen, der plakativ und anschaulich das Bienenjahr erklärt. Es lohnt sich also, immer mal wieder – nach Anmeldung – im Bienengarten vorbeizuschauen.

maxpress/Steffen Holz

Das ist eine der beiden Steckborsten, die zusammen den Bienenstachel ausmachen
Das ist eine der beiden Steckborsten, die zusammen den Bienenstachel ausmachen, Foto: Gerhard Martin
Hier sieht man noch mal den Stachelrinnenkolben  und die Stachelrinne. Beim Stich tritt der Stachel aus der Stachelrinne und gleichzeitig wird durch die Pumpmuskulatur des Stachelrinnenkolbens das Gift aus der Giftblase durch die Stachelrinne
Ansicht des Stachelrinnenkolbens und der Stachelrinne. Beim Stich tritt der Stachel aus der Stachelrinne und gleichzeitig wird durch die Pumpmuskulatur des Stachelrinnenkolbens das Gift aus der Giftblase durch die Stachelrinne gepumpt, Foto: G. Martin