Landesjugendring fordert konsequente Ahndung von Fällen sexualisierter Gewalt

Auch eine Stärkung der Präventionsarbeit sei in Mecklenburg-Vorpommern notwendig

Der Landesjugendring M-V e. V. spricht sich klar für eine ausgebaute und starke Präventionsarbeit im Land aus, Foto: maxpress
Der Landesjugendring M-V e. V. spricht sich klar für eine ausgebaute und starke Präventionsarbeit im Land aus, Foto: maxpress

Schwerin • Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat mit großer Betroffenheit die von Katapult MV recherchierten Vorfälle aus dem Jahr 2020 rund um die Fahrt der Konfirmand*innen aus Gemeinden des Kirchenkreises Pommern auf dem Gebiet der Nordkirche wahrgenommen. Der Landesjugendring fordert: Die entsprechenden Entscheidungsträger*innen müssen in die Verantwortung genommen werden.

„Unser tiefes Mitgefühl gilt zu allererst den jungen Menschen, die von den Missbräuchen betroffen waren. Wir bedauern sehr, dass es zu den Vorfällen gekommen ist und unterstützen die lückenlose und konsequente Aufklärung der Fälle“, so Vorstandssprecher Patrick Kunze. Der Landesjugendring befürwortet die Forderung von Katapult M-V, die Betroffenen zu schützen und durch eine verantwortungsvolle Berichterstattung keine Retraumatisierung von Betroffenen zu fördern. Der Landesjugendring nimmt die Nordkirche in die Pflicht, den Fall aufzuklären und Konsequenzen gegenüber den Verantwortlichen hauptamtlichen Leitungspersonen walten zu lassen.

Darüber hinaus spricht sich der Landesjugendring M-V e. V. klar für eine ausgebaute und starke Präventionsarbeit im Land aus. Prävention sexualisierter Gewalt muss in haupt- und ehrenamtlichen Kontexten fester Bestandteil der Ausbildung sein und durch Maßnahmen wie Schutzkonzepte, Risikoanalysen und regelmäßige Sensibilisierung der Strukturen durchgehend im Augenmerk aller Beteiligten in der Arbeit mit Kindern und jungen Menschen sein.

„Eine nachhaltige Präventionsarbeit ist ein fortlaufender Prozess“, sagt Vorstandssprecher Patrick Kunze. „Hierfür brauchen freie Träger der Kinder- und Jugendarbeit und ihre Strukturen eine entsprechende Sensibilisierung beispielsweise in der JuLeiCa-Schulung. Träger brauchen aktuelle, verpflichtende Schutzkonzepte und regelmäßige Schulungen von Haupt- und Ehrenamt. Das muss für uns alle eine der Hauptaufgaben in der Arbeit mit Kindern und jungen Menschen sein!“

Die Vergabe der JugendleiterIn-Card (JuLeiCa) an ehrenamtliche und hauptamtliche Jugendgruppenleiter*innen ist in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Nachweis einer Ausbildung entsprechend den Empfehlungen des Landes verknüpft. Aktuell arbeitet der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. an einer Überarbeitung der JuLeiCa-Qualitätsstandards auf Landesebene.

Die Vollversammlung des Landesjugendrings verabschiedete dazu im April diesen Jahres einen Beschluss, der eine verpflichtende dreistündige Präventionsschulung in der JuLeiCa-Ausbildung vorsieht. Neben der Implementierung in den Qualitätsstandards ist darüber hinaus in Planung, den Trägern der JuLeiCa-Ausbildung entsprechendes Schulungsmaterial, ein Modul zum Themenbereich Prävention sexualisierter Gewalt sowie eine Train-the-Trainer*in-Ausbildung in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen.

Der Beschluss der Vollversammlung ist hier einsehbar: www.ljrmv.de.

Im Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e. V. haben sich 20 landesweit aktive Landesjugendverbände, ein Anschlussverband und der Landesrat der Stadt- und Kreisjugendringe zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Dahinter stehen Jugendverbände mit rund 100.000 jungen Menschen. Somit ist der LJR MV e. V. die größte und in seiner Zusammensetzung einzige Interessengemeinschaft für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Kinderschutz-Hotline des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist erreichbar unter: (0800) – 14 14 007.
Für umfassende Beratung ist eine Kontaktaufnahme zum Kinderschutzbund Mecklenburg-Vorpommern empfehlenswert. https://kontiki.dksb-mv.de/.

Landesjugendring MV