Tourismus-Marketing ist „social“

  • Jeder Dritte hat sich schon eine Urlaubsanregung aus sozialen Netzwerken geholt
  • 4 von 10 Urlaubern informieren sich ausschließlich online
  • Am Mittwoch startet die ITB in Berlin

Berlin, 6. März 2017 —
Das Selfie vor dem Eiffelturm, der Sonnenuntergang in der Karibik und das Hotelfrühstück mit Blick über New York: Reisefotos in den sozialen Netzwerken lösen Fernweh aus – und sagen, wo die Reise hingeht. Mehr als ein Drittel aller Social-Media-Nutzer (36 Prozent) hat dort schon mal eine Idee zu einer Urlaubsreise bekommen, 16 Prozent sogar gleich mehrfach. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 823 Internetnutzern ab 14 Jahren, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. Inspiration für ihren Urlaub aus Facebook, Instagram und Co. ziehen vor allem die 14- bis 29-Jährigen (27 Prozent) sowie die 30- bis 49-Jährigen (32 Prozent). Die Anregungen kommen dabei doppelt so häufig von Freunden oder Familie (89 Prozent) wie von touristischen Unternehmen (45 Prozent). 7 Prozent der Urlauber haben auch schon Anregungen von YouTubern, Bloggern oder sogenannten Social Influencern bekommen. „Social Media funktioniert im Tourismus so gut, dass sich kaum ein Veranstalter leisten kann, dort nicht präsent zu sein“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom. „Was früher die Mund-zu-Mund-Propaganda war, sind heute direkt aus dem Urlaub geteilte Erlebnisse in den sozialen Netzwerken.“

Die Reiseplanung beginnt für die meisten Menschen heute mit einer Recherche im Netz. „Dort müssen die Unternehmen ihre Kunden abholen, denn das Internet spielt für Reiseplanung und -durchführung eine entscheidende Rolle“, so Rohleder. Vier von zehn Urlaubern (41 Prozent) informieren sich vor einer Reise ausschließlich online. Die wichtigsten Kanäle sind dabei die unternehmenseigenen Webseiten, Online-Shops und Buchungsplattformen wie Booking.com oder HRS.

Aber auch die klassischen stationären Reisebüros bleiben trotz der starken Konkurrenz im Netz beliebt. Lediglich 13 Prozent würden eine Chatberatung im Web der fachlichen Beratung in einem Reisebüro vorziehen. Die meisten Kunden haben aber heute schon vorab im Internet recherchiert, bevor sie den Weg in ein Reisebüro auf sich nehmen. „Bei der Flut an Informationen im Internet muss das Reisebüro den Kunden künftig mit seiner Fachkompetenz an die Hand nehmen, Wünsche erkennen und das perfekte Angebot individuell maßschneidern“, sagt Rohleder. Digitale Technologien könnten dabei den entscheidenden Mehrwert bieten. „Für backsteinschwere Kataloge und Reisen von der Stange kommt heute niemand mehr ins Reisebüro. Das moderne Reisebüro muss eine digitale High-Service-Agentur mit Internetauftritt, App, Tablets, Virtual Reality und Videowänden werden, die dem Kunden ein realistisches Bild von seinem Reiseziel vermitteln“, so Rohleder.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 823 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt.

Foto: CC/ maxpress

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