Labyrinth aus Kleidern und Schuhen

Kostümdirektorin Ramona Andruschkewitsch koordiniert Fundus

Schwerin • Wer durch die vielen Abteilungen und Gänge des Theater-Fundus geht, wird ohne Hilfe nicht so schnell herausfinden. Verteilt auf fünf große Räume und über mehrere Etagen, verbirgt sich hinter der Bühne ein Labyrinth aus Kostümen, Hüten und Schuhen. Kostümdirektorin Ramona Andruschkewitsch (Foto) ist eine der wenigen, die sich in dem riesigen begehbaren Kleiderschrank auskennen.

Seit vier Jahren arbeitet die 37-Jährige am Staatstheater in Schwerin. Sie hat den Überblick über 45.000 Einzelteile – von Schuhen über Kleider und Anzüge bis hin zu Gürteln und Schirmen, welche jeweils den Herren- oder Frauenabteilungen des Fundus zugeordnet sind. Je ein Fundus für Damen und Herren befindet sich in den zwei hinteren Türmen des Theaters. „Wenn ein Kostümbildner ein neues Kostüm anfertigen soll, schaut er zunächst in unseren Fundus, ob er von dort noch etwas verwenden kann. Wir schmeißen Kostüme auch erst weg, wenn sich der Stoff tatsächlich auflöst”, erklärt Ramona Andruschkewitsch. Vor allem würden ihr die historischen Kostüme der Schlossfestspiele gefallen. „Hier müssen immer besonders viele Kleider gefertigt und gemanagt werden.  Spannend finde ich auch die großen Chöre oder Hauptrollen mit Mehrfach-Besetzung, denn die Kostüme müssen wirklich alle genau gleich aussehen.”
Übrigens: Da es momentan keinen Fundus-Verwalter gibt, ist es leider nicht mehr möglich, sich Kleider auszuleihen. Aber: Wer zum Beispiel den Kleiderschrank der Großeltern aufräumt und noch gut erhaltene Smokings, Anzüge oder Hochzeitskleider entdeckt, gerne in größeren Größen, kann diese gerne im Fundus abgeben.           

ml

Fotos: maxpress

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