Rendezvous im Museum: Halt auf der Hetze

Wo: – Altstadt/Zentrum –, Staatliches Museum
Wann: 23.03.2017, Uhr

Franz Krüger, Halt auf der Hetze, um 1826 im Museum Schwerin
Krüger, Halt auf der Hetze, um 1826 im Museum Schwerin, Foto: Staatliches Museum Schwerin

Veranstaltungsort: Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Halt auf der Hetze - Zu Franz Krügers Jagd mit Pinsel und Büchse
Dr. Maurice Saß, Wissenschaftlicher Koordinator Forschungsstelle Naturbilder, Universität Hamburg
 
Die Jagd stellte eine der wenigen frühneuzeitlichen Praktiken dar, deren gesellschaftlicher Stellenwert außer Frage stand, obwohl sie vor allem die körperlichen und sensitiven Fähigkeiten des Jägers herausforderte. Als höfisches Vergnügen war sie Macht- und Repräsentationsinstrument zugleich, insofern sie zur Inszenierung des Fürsten als männlich, potent oder souverän diente.
Vor diesem kulturellen Kontext sind die vielzähligen Portraits von Künstlern als Jäger zu verstehen, die im Mittelpunkt des Post-Doc-Projektes von Dr. Maurice Saß stehen. Das Bild des Jägers offerierte Anknüpfungspunkte zur Beschreibung der künstlerischen Arbeit, ob als erfolgreicher Höfling, virtuoser Bezwinger der Tiere oder wildernder Grenzgänger zwischen Kultur und Natur. Denn die Natur zu observieren, ihrem Leben nachzuspüren, sich mit ihrer Kraft zu messen und ihre Bewegung einzufangen, war die Herausforderung von Jägern und Künstlern gleichermaßen. Beide hatten ihre Sinne zu schärfen und die Natur zu imitieren, um erfolgreich zu sein, sei es in der Nachahmung mit dem Pinsel, sei es in der Dressur zur Animierung ihrer tierischen Jagdgefährten. Beider Kunst beruhte auf Techniken der Sinnestäuschung, der Camouflage und optischen Fallen. Und beide waren Trophäen-Jäger, die danach strebten, die lebendige Natur zu ihrer bildlichen Beute zu machen.
 
Maurice Saß studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft in Würzburg, Caen und München.
Seine Magisterarbeit behandelt "Jacopo de’ Barbaris Bilderfindungen in Wittenberg. Zur zeitgenössischen Wahrnehmung des transalpinen Kulturaustauschs um 1500"; seine Dissertation die "Physiologien der Bilder. Naturmagische Felder des frühneuzeitlichen Verstehens von Kunst".
Von August 2009 bis Februar 2012 war er Assistent der Geschäftsführung im Kooperationsprojekt der Kulturstiftung des Bundes und der LMU München "Philosophie: Kunst", von August 2011 bis Mai 2012 Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 573 zu Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit an der LMU München. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Naturbilder / Images of Nature der Universität Hamburg.


Der Eintritt kostet 3 Euro.

Kontakt:
Staatliches Museum Schwerin
Alter Garten 3, 19055 Schwerin
(0385) 59580
www.museum-schwerin.de

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