Aktuelle-Ausgabe

NABU: Vögel zählen

Wo: – Umgebung –
Wann: 10.05.2018, Uhr

Vögel zählen von Vatertag bis Muttertag mit der Naturschutzstation Schwerin
Foto: maxpress/CC

NABU lädt vom 10. bis 13. Mai zur 14. „Stunde der Gartenvögel“ ein
Einen Teilnahmebogen zur Verwendung in Printmedien gibt es unter www.nabu.de/sdg-medieninfos
Einen NABU Online-Vogelführer gibt es unter www.nabu.de/vogelfuehrer

Am langen Wochenende von Vatertag bis Muttertag, also vom 10. Mai bis 13. Mai, ruft der NABU gemeinsam mit der NAJU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) Vogelfreunde in ganz Deutschland dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. Durch die langjährigen Zählergebnisse aus inzwischen 13 Jahren können mittlerweile solide Aussagen über die langfristige Entwicklung des Gartenvogelbestandes in Dörfern und Städten getroffen werden.

„Für die Untersuchung der Bestandsentwicklung von bei uns brütenden Vögeln ist die Frühjahrszählung im Rahmen der Stunde der Gartenvögel sehr gut geeignet“, so NABU-Landesvorsitzender Stefan Schwill. „Wenngleich diese vor allem auf Vogelarten der Siedlungsräume zielt, werden z.B. am Rande von Ortschaften immer auch zahlreiche Vögel der freien Landschaft mit erfasst. Und hier zeigen sich sowohl für Deutschland als auch für unser Bundesland ganz ähnliche, überwiegend negative Trends“, so Schwill weiter. „Innerhalb von sechs Jahren, im Zeitraum 2011 bis 2016, ging beispielsweise die Zahl der erfassten Feldlerchen in Mecklenburg-Vorpommern um 64 Prozent zurück. Auch die beiden bei uns vorkommenden Schwalbenarten weisen im gleichen Zeitraum Rückgänge um 20 Prozent bei der Mehlschwalbe bzw. 24 Prozent bei der Rauchschwalbe auf.“

Auch Deutschlandweit machen beispielsweise die Bestände von Mehlschwalbe und Mauersegler in den Städten Sorgen. „Beide Arten gingen um etwa sechs bis sieben Prozent pro Jahr zurück, so dass 2016 nur noch etwa die Hälfte der Bestände von 2007 vorhanden waren“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Beide Arten suchen ihre Nahrung nicht nur in Städten, sondern fangen Insekten im Luftraum über dem ganzen Land. Möglicherweise wirkt sich hier der Insektenschwund auf in Städten brütenden Arten aus.“ Denn damit fehlt gerade für die Aufzucht von Jungvögeln die entscheidende Nahrungsgrundlage. Außerdem sind in den letzten Jahren zunehmend Landschaftselemente, wie Hecken, Feldgehölze, Sölle oder Nassstellen auf den Äckern und Wiesen verschwunden, so dass entscheidende Rückzugsräume für Vögel mittlerweile großflächig fehlen.

„All das zeigt, dass eine Trendumkehr bei der Entwicklung unserer Singvogelbestände in der Agrarlandschaft nur durch eine radikale Wende in der Agrarpolitik zu erreichen sein wird“, ist Stefan Schwill überzeugt. „Dazu muss insbesondere die Landwirtschaftsförderung auf ein völlig neues System umgestellt werden – weg von einer flächendeckenden Subventionierung hin zu ganz gezielten und wirkungsvollen Maßnahmen insbesondere auch zum Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft.“

Aber auch jeder Einzelne kann helfen, indem z.B. im eigenen Garten konsequent auf Chemie verzichtet wird und vor allem heimische Pflanzen ihren Platz im Garten finden. Fruchttragende Sträucher als Einzelgehölze oder Hecken können zum Beispiel das Nahrungsangebot der Singvögel über einen großen Teil des Jahres sicherstellen. „Denn auch bei unseren Vogelzählungen beobachten wir, dass zumindest einige Vögel ihren Schwerpunkt in die Siedlungen verlegen, die früher fast ausschließlich in der Agrarlandschaft vorkamen“, so Schwill.

Im vergangenen Jahr hatten über 1.200 Vogelfreunde aus Mecklenburg-Vorpommern bei der Stunde der Gartenvögel mitgemacht und aus über 750 Gärten und Parks insgesamt über 34.000 Vögel gemeldet.

Und so funktioniert die Teilnahme:
Von einem ruhigen Plätzchen im Garten oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon – kostenlose Rufnummer am 12. und 13. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115 – oder einfach im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Meldeschluss ist der 21. Mai.

Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Interaktive Karten stellen dar, wie sich eine Vogelart bundesweit oder in einem ausgesuchten Bundesland oder Landkreis entwickelt hat.

Für kleine Vogelexperten hat die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ (7. bis 11. Mai) ins Leben gerufen. Ein großes NAJU-Aktionspaket versorgt teilnehmende Gruppen und Klassen mit Zählkarten, einem „Vogelbüchlein für die Hosentasche“ für jedes Kind, einem NAJU-Poster, auf dem Kinder die häufigsten Vogelarten in Deutschlands Gärten und ihre Besonderheiten kennenlernen, sowie einem Begleitheft. Hierin finden Gruppenleiter, Lehrer und Erzieher die Anleitung für eine Gartenvogel-Rallye mit spannenden Wissens- und Spielstationen, die mit wenig Aufwand überall im Freien durchgeführt werden können.


Kontakt:
Naturschutzstation Schwerin
Am Strand 9, 19063 Schwerin
(0385) 477 33 744
Naturschutzstation@NABU-MV.de
www.NABU-MV.de

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